Raumklima-Ratgeber

Klimageräte & Stiftung Warentest:
Was der Test 2026 wirklich zeigt

Der aktuelle Test vom Mai 2026 prüft ausschließlich fest installierte Split-Anlagen. Mobile Geräte mit Abluftschlauch kommen darin gar nicht vor – und das aus einem Grund, der für die Kaufentscheidung wichtiger ist als jede Note.

Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Transparenzhinweis

Wir führen keine eigenen Produkttests durch. Diese Seite wertet öffentlich zugängliche Veröffentlichungen der Stiftung Warentest aus und ordnet sie ein. Wir vergeben keine eigenen Noten und behaupten keine eigenen Messwerte. Die vollständigen Testergebnisse sind kostenpflichtig auf test.de abrufbar.

Der wichtigste Punkt vorweg

Wer nach „Klimagerät Stiftung Warentest“ sucht, will meistens wissen, welches mobile Gerät man kaufen soll. Genau darauf gibt der Test aber keine Antwort – und zwar absichtlich.

Stiftung Warentest hat seit 2021 kein einziges mobiles Monoblock-Klimagerät mehr getestet. Die Begründung der Redaktion ist knapp: Diese Bauart sei zu wenig energieeffizient. Geprüft werden stattdessen fest installierte Split-Anlagen mit getrenntem Innen- und Außengerät.

Das ist keine Lücke im Test, sondern eine Aussage. Wer die Ergebnisse liest, ohne das zu wissen, vergleicht Äpfel mit Birnen – und wundert sich, warum das gekaufte Gerät im Sommer enttäuscht.

Was Stiftung Warentest im Mai 2026 geprüft hat

Der aktuelle Test erschien am 27. Mai 2026. Untersucht wurden 15 Single-Split-Klimageräte, zusätzlich nahm die Redaktion erstmals eine Multi-Split-Anlage mit mehreren Innengeräten unter die Lupe. Im Testfeld standen Geräte von Daikin, Mitsubishi, Samsung, Midea, Bosch, Fujitsu, Gree und Panasonic, die Preisspanne reichte von 873 bis 1.957 Euro.

Bemerkenswert ist die Gewichtung der Prüfpunkte:

PrüfpunktGewicht
Umwelteigenschaften40 %
Kühlen20 %
Heizen15 %
Handhabung15 %
Entfeuchten5 %
Datenschutz5 %

Quelle: test.de, Klimageräte im Test, 27.05.2026. Bitte dort gegenprüfen.

Die Umwelteigenschaften wiegen doppelt so schwer wie die Kühlleistung. Ein Gerät kann also hervorragend kühlen und trotzdem mittelmäßig abschneiden. Wer nur auf die Gesamtnote schaut, übersieht das.

Warum Split-Anlagen im Test so gut wegkommen

Split-Klimaanlagen kühlen Räume bei Hitze schneller und können in der Regel auch heizen. Der zweite Punkt ist der wirtschaftlich interessante: Wer die Anlage im Winter als Wärmepumpe nutzt, kann laut test.de über die Lebensdauer mehr als 2.000 Euro gegenüber der bisherigen Heizung sparen.

Auf der Kostenseite steht der Stromverbrauch fürs Kühlen: über 15 Jahre gerechnet zwischen 780 und 1.800 Euro, je nach Gerät. Die Spanne zeigt, wie viel die Geräteauswahl ausmacht – mehr als 1.000 Euro Unterschied allein beim Strom.

Der Haken: Eine Split-Anlage muss von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert werden, weil im Kältekreislauf fluorierte Treibhausgase zirkulieren. Dazu kommt eine Kernbohrung durch die Außenwand. In einer Mietwohnung ist das ohne Zustimmung des Vermieters keine Option.

Und was ist mit den mobilen Geräten?

Weil Stiftung Warentest selbst nicht mehr testet, greift die Redaktion in ihrem Artikel vom 29. Mai 2026 (aktualisiert am 19.08.2026) auf einen Test der französischen Partnerorganisation Que Choisir zurück. Dort wurden 2026 acht Monoblock-Geräte geprüft. Drei davon sind auch in Deutschland erhältlich:

Alle drei erhielten die Bestnote fürs Kühlen. Sie funktionieren also – die Kühlleistung ist nicht das Problem. Als Schwäche nennt die Auswertung durchweg die Lautstärke: „eher laut“ gilt für alle drei.

Beim Verbrauch wird der Abstand zur Split-Anlage deutlich. Bei zweiwöchigem Dauerbetrieb kommen in Deutschland rund 53 bis 67 Euro Stromkosten zusammen. Die Effizienz liegt laut test.de bis zu siebenmal niedriger als bei einem fest installierten Gerät.

Die vier Schwachstellen jedes Monoblocks

Sie hängen alle an derselben Bauart – ein einzelnes Gehäuse im Raum, ein Schlauch nach draußen:

1. Das offene Fenster

Durch den Spalt, durch den der Schlauch führt, strömt warme Außenluft zurück. Ohne dichte Abdichtung arbeitet das Gerät gegen sich selbst.

2. Der Schlauch selbst

Er führt heiße Abluft und strahlt dabei Wärme in genau den Raum ab, der kühl werden soll. Je kürzer und je besser isoliert, desto besser.

3. Der Unterdruck

Das Gerät befördert Raumluft nach draußen. Die fehlende Luft zieht durch Ritzen und Türspalten nach – und ist wärmer als die Luft, die gerade gekühlt wurde.

4. Die Lautstärke

Kompressor und Lüfter sitzen mit im Raum. Deshalb bewerteten die Tester alle drei deutschlandweit erhältlichen Modelle als „eher laut“ – im Schlafzimmer der häufigste Rückgabegrund.

Der Mittelweg: mobiles Splitgerät

In ihrem Artikel weist die Redaktion auf eine dritte Bauart hin, die zwischen den Stühlen sitzt: das mobile Splitgerät. Kompressor und Wärmetauscher sitzen in einem separaten Außenteil, das auf Balkon oder Fensterbank steht und über zwei dünne Leitungen mit dem Innenteil verbunden ist.

Der Vorteil gegenüber dem Monoblock: Der laute, heiße Teil ist draußen. Damit fallen Schlauchabwärme und ein Teil des Lärmproblems weg, ohne dass ein Handwerker Wände durchbohren muss. Namentlich genannt wird die Midea PortaSplit.

Midea PortaSplit-E

Mobiles Splitgerät mit 12.000 BTU (3,5 kW) für Räume bis etwa 42 m². Kühlen in Energieeffizienzklasse A++, Heizen A+. Im Silent-Modus gibt der Hersteller 39 dB(A) an. Herstellerangaben, keine eigene Messung.

Für wen sich welche Bauart eignet

BauartPasst, wenn …Passt nicht, wenn …
Split (fest)Eigentum, Dauerbetrieb geplant, Heizfunktion soll mitgenutzt werdenMietwohnung ohne Zustimmung, keine Außenwand, kleines Budget
Mobiles SplitBalkon oder geeignete Fensterbank vorhanden, Ruhe ist wichtigKein Platz für das Außenteil, häufiger Raumwechsel
MonoblockNur ein paar Hitzetage im Jahr, Gerät soll im Winter weggeräumt werdenDauerbetrieb, Schlafzimmer, niedrige Stromkosten sind das Ziel

Wenn es doch ein Monoblock sein soll

Für den Fall, dass keine der beiden Split-Varianten in Frage kommt – Mietwohnung, kein Balkon, das Gerät soll nach dem Sommer in den Keller – bleibt der klassische Monoblock. Die Kritik von test.de gilt dann weiter, aber für ein paar Hitzetage im Jahr ist der Effizienznachteil in absoluten Zahlen überschaubar.

Ein konkretes Modell nennen wir hier bewusst nicht. Wir haben im September nachgesehen: Die etablierten Monoblöcke von De’Longhi, Midea und Comfee sind bei Amazon.de derzeit nicht lieferbar – Klimageräte sind ein Saisonprodukt, nach dem Sommer räumt der Handel die Lager. Übrig bleiben No-Name-Geräte um 400 Euro mit zwei bis drei Wochen Lieferzeit. Das ist keine Empfehlung, das ist Restbestand. Wer nicht akut schwitzt, wartet auf das Frühjahr.

Wichtiger als das Modell ist bei dieser Bauart ohnehin die Fensterabdichtung. Ein Gerät für 250 Euro mit dichtem Fenstersegel kühlt spürbar besser als eines für 600 Euro mit offenem Fensterspalt. Das ist der billigste Hebel überhaupt – und im Gegensatz zu den Geräten ganzjährig verfügbar.

HOOMEE Tür- und Fensterabdichtung

Fenstersegel mit 600 cm Umfang für Flügelfenster und Balkontüren, mit Reißverschluss für den Abluftschlauch. Passt zu jedem mobilen Klimagerät und lässt sich nach der Saison wieder abnehmen. Herstellerangaben, keine eigene Messung.

So liest du den Test richtig

1

Bauart vor Note

Prüfe zuerst, welche Bauart überhaupt in deine Wohnsituation passt. Eine Bestnote nützt nichts, wenn du das Gerät nicht installieren darfst.

2

Gewichtung beachten

Umwelteigenschaften machen 40 Prozent aus. Wenn dir die Kühlleistung wichtiger ist als der Verbrauch, schau auf die Einzelnoten statt aufs Gesamturteil.

3

Stromkosten hochrechnen

Über 15 Jahre liegen zwischen dem sparsamsten und dem durstigsten Split-Gerät mehr als 1.000 Euro. Das relativiert Unterschiede beim Kaufpreis.

4

Nicht getestet heißt nicht schlecht

Dass ein Monoblock nicht im Test steht, ist kein Urteil über das einzelne Gerät – die ganze Bauart wird nicht mehr geprüft.

5

Aktuelle Testrunde auf test.de prüfen

Die Redaktion aktualisiert ihre Seiten, wenn neue Ergebnisse vorliegen. Die Einzelnoten sind kostenpflichtig, aber verlässlicher als jede Zusammenfassung – auch als diese hier.

Häufige Fragen

Welches Klimagerät ist laut Stiftung Warentest das beste?

Der Test vom 27.05.2026 umfasst 15 Single-Split-Geräte von Daikin, Mitsubishi, Samsung, Midea, Bosch, Fujitsu, Gree und Panasonic zwischen 873 und 1.957 Euro. Die Einzelurteile sind kostenpflichtig auf test.de abrufbar – wir geben sie hier bewusst nicht wieder.

Testet Stiftung Warentest mobile Klimageräte?

Nein, seit 2021 nicht mehr. Der Artikel vom 29.05.2026 berichtet stattdessen über einen Test der französischen Partnerorganisation Que Choisir mit acht Monoblock-Geräten.

Wie viel Strom verbraucht ein mobiles Klimagerät?

Rund 53 bis 67 Euro bei zweiwöchigem Dauerbetrieb in Deutschland, laut test.de. Die Effizienz liegt bis zu siebenmal niedriger als bei einer fest installierten Anlage.

Warum kühlt mein mobiles Klimagerät so schlecht?

In den meisten Fällen wegen des Fensters. Warme Luft strömt durch den Spalt zurück, der Abluftschlauch strahlt zusätzlich Wärme ab, und der Unterdruck im Raum zieht weitere Warmluft nach. Eine dichte Abdichtung bringt hier am meisten.

Kann ich eine Split-Anlage selbst installieren?

In aller Regel nicht. Im Kältekreislauf zirkulieren fluorierte Treibhausgase, deren Handhabung einem zertifizierten Fachbetrieb vorbehalten ist. Mobile Splitgeräte sind davon ausgenommen, weil sie werkseitig befüllt und steckerfertig ausgeliefert werden.

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Quellen: Stiftung Warentest, „Klimageräte im Test“ (27.05.2026) und „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“ (29.05.2026, aktualisiert 19.08.2026), abrufbar auf test.de. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Stand 9. September 2026 – für die vollständigen Einzelergebnisse bitte test.de gegenprüfen.